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Sandwich (Ski-Konstruktion)

Die Sandwich-Konstruktion ist eine Bauweise, bei der Kern, Verstärkungslagen, Lauffläche, Kanten und weitere Bauteile schichtweise miteinander verbunden werden. Im Skibau ist damit meist eine Konstruktion mit separaten Seitenwangen gemeint, die den Kern seitlich abschließen.

Durch die Auswahl, Stärke und Position der einzelnen Materialien können Hersteller Flex, Torsionssteifigkeit, Dämpfung, Gewicht und Kraftübertragung gezielt beeinflussen. Eine Sandwich-Konstruktion ist jedoch nicht automatisch hochwertiger, sportlicher oder schwerer als jede andere Bauweise.

➡ Entscheidend ist nicht allein der Begriff „Sandwich“, sondern wie der gesamte Schichtaufbau des konkreten Skis ausgeführt und abgestimmt ist.

Was ist eine Sandwich-Konstruktion beim Ski?

Bei der Sandwich-Konstruktion werden mehrere Materialien übereinander angeordnet und unter Druck miteinander verklebt. Im Zentrum befindet sich gewöhnlich ein Holz-, Schaum- oder Hybridkern. Oberhalb und unterhalb des Kerns liegen Verstärkungsschichten, beispielsweise aus Glasfaser, Carbon oder Metall.

Typisch für eine klassische Sandwich-Seitenwangenkonstruktion sind separate Seitenwangen. Sie liegen seitlich zwischen der oberen Konstruktion und den Stahlkanten und schützen den Kern. Gleichzeitig übertragen sie Kräfte vom Skischuh und von der Bindung in Richtung Kante.

Die Bezeichnung ist nicht einheitlich normiert. Hersteller verwenden unter anderem Begriffe wie:

  • Sandwich Construction
  • Sandwich Sidewall Construction
  • Full Sidewall
  • Sidewall Construction
  • Sandwich Compound Sidewall
  • Sandwich Cap Construction

Diese Bezeichnungen können unterschiedliche Aufbauten beschreiben. Maßgeblich sind deshalb immer die technischen Angaben des konkreten Skimodells.

Wie ist ein Ski in Sandwich-Konstruktion aufgebaut?

Es gibt keine universelle Schichtenfolge, die bei jedem Sandwich-Ski gleich aussieht. Ein typischer Aufbau kann von oben nach unten aus folgenden Bestandteilen bestehen:

OberschichtDesign und Schutz der darunterliegenden KonstruktionKunststoff, Verbundmaterial oder Holzfurnier
Obere VerstärkungslagenBeeinflussung von Biege- und TorsionssteifigkeitGlasfaser, Carbon, Aramid oder Metall
KernGrundlegende Form, Flex, Masse und SchwingungsverhaltenHolz, Schaum oder Materialkombinationen
SeitenwangenSeitlicher Schutz des Kerns und Kraftübertragung zur Kanteverschiedene Kunststoffe oder Verbundmaterialien
Untere VerstärkungslagenStabilisierung und Abstimmung des FlexverhaltensGlasfaser, Carbon, Aramid oder Metall
Kanten und DämpfungselementeKantengriff, Schutz und Beeinflussung von SchwingungenStahl sowie modellabhängige Elastomer- oder Gummielemente
LaufflächeGleitfläche und Aufnahme von Skiwachsextrudiertes oder gesintertes Polyethylen

Zwischen den einzelnen Bestandteilen befinden sich Harz- beziehungsweise Klebstoffsysteme. Diese verbinden die Schichten während der Fertigung dauerhaft miteinander.

Oberschicht beziehungsweise Topsheet

Das Topsheet ist die sichtbare Oberseite des Skis. Es trägt das Design und schützt die darunterliegenden Materialien vor Feuchtigkeit, UV-Strahlung und mechanischer Beanspruchung.

Als Material kommen häufig Kunststoffe oder Verbundmaterialien zum Einsatz. Einige Ski besitzen ein sichtbares Holzfurnier. Die Oberschicht kann zusätzlich zur Stabilität beitragen, ist aber nicht bei jedem Ski eine tragende Hauptschicht.

Kratzer und Abplatzungen am Topsheet sind zunächst häufig optischer Natur. Reicht eine Beschädigung jedoch bis zu tieferen Schichten oder dringt Feuchtigkeit ein, sollte der Ski überprüft und gegebenenfalls repariert werden.

Obere Verstärkungslagen

Unter dem Topsheet liegen häufig eine oder mehrere Verstärkungslagen. Sie beeinflussen unter anderem:

  • Biegesteifigkeit
  • Torsionssteifigkeit
  • Schwingungsverhalten
  • Rückstellung
  • Gewicht
  • Kraftverteilung

Glasfaser ist im Skibau weit verbreitet und kann in unterschiedlichen Faserorientierungen verarbeitet werden. Carbonfasern können bei geeigneter Ausführung eine hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht ermöglichen. Metalllagen wie Titanal können Masse, Steifigkeit und Schwingungsverhalten beeinflussen.

Die ursprüngliche Bezeichnung „Cap Layer“ ist an dieser Stelle missverständlich. Eine Cap-Konstruktion ist grundsätzlich eine Bauform, bei der sich die obere Struktur über die Seiten in Richtung Kante zieht. Sie ist nicht einfach der Name einer beliebigen Faserschicht unter dem Topsheet.

Kern

Der Kern bildet den zentralen Bestandteil des Skis. Er beeinflusst zusammen mit den Verstärkungslagen wesentlich, wie sich der Ski durchbiegt, zurückstellt und auf Schläge reagiert.

Häufig werden Holzarten wie Pappel, Esche, Buche, Paulownia oder Balsa eingesetzt. Die Eigenschaften unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Dichte, Festigkeit und Gewicht. Hersteller kombinieren häufig mehrere Holzarten innerhalb eines Kerns.

Daneben gibt es:

  • Schaumkerne
  • Holz-Schaum-Kombinationen
  • Kerne mit Luftkanälen
  • Kerne mit zusätzlichen Carbon-, Metall- oder Verbundelementen

Ein Holzkern ist nicht automatisch besser als jeder Schaum- oder Hybridkern. Entscheidend sind Materialqualität, Geometrie, Fertigung und die Abstimmung mit den übrigen Schichten.

➡ Der Kern wirkt nie allein. Das Fahrverhalten entsteht aus dem gesamten Ski-Aufbau.

Seitenwangen

Separate Seitenwangen sind ein typisches Merkmal der klassischen Sandwich-Seitenwangenkonstruktion. Sie schließen den Kern seitlich ab und liegen oberhalb der Stahlkante.

Ihre Aufgaben können sein:

  • Schutz des Kerns vor Feuchtigkeit und Beschädigungen
  • Übertragung von Kräften zur Kante
  • Beeinflussung der seitlichen Steifigkeit
  • Aufnahme von Stößen und Belastungen
  • Unterstützung bei Reparatur und Service

Seitenwangen bestehen häufig aus Kunststoffen wie ABS oder anderen Polymer- und Verbundmaterialien. Material, Höhe und Form unterscheiden sich je nach Hersteller und Modell.

Eine durchgehende Seitenwange wird oft als Full Sidewall bezeichnet. Bei einer teilweisen Seitenwange kann der Ski beispielsweise unter der Bindung eine Sandwich-Konstruktion besitzen, während Schaufel und Skiende als Cap ausgeführt sind.

Untere Verstärkungslagen

Unterhalb des Kerns befinden sich häufig weitere Faser- oder Metalllagen. Sie stabilisieren die Konstruktion und beeinflussen Flex, Torsionssteifigkeit und Rückstellung.

Der Begriff „Bottom Sheet“ ist für diese Schichten nicht eindeutig und sollte nicht mit der eigentlichen Lauffläche verwechselt werden. Präziser sind Bezeichnungen wie untere Verstärkungslage oder unteres Laminat.

Stahlkanten

Die Stahlkanten verlaufen entlang der seitlichen Lauffläche. Sie ermöglichen auf festem Schnee eine kontrollierte Führung und bieten Schutz vor mechanischer Beanspruchung.

Der tatsächliche Kantengriff hängt nicht allein von der Kante ab. Zusätzlich wichtig sind:

  • Kantenschärfe und Schleifwinkel
  • Torsionssteifigkeit des Skis
  • Taillierung und Radius
  • Druckverteilung
  • Schneebeschaffenheit
  • Fahrtechnik

In der Nähe der Kanten können modellabhängig schwingungsdämpfende Gummi- oder Elastomerelemente eingebaut sein. Diese sollen Belastungsspitzen und Vibrationen beeinflussen.

Lauffläche beziehungsweise Base

Die Lauffläche ist die Unterseite des Skis und besteht gewöhnlich aus Polyethylen. Umgangssprachlich wird häufig die Bezeichnung P-Tex verwendet.

Grundsätzlich wird zwischen extrudierten und gesinterten Laufflächen unterschieden:

  • Extrudierte Lauffläche: vergleichsweise pflegeleicht und kostengünstig
  • Gesinterte Lauffläche: häufig bei sportlicheren Ski eingesetzt und bei entsprechender Pflege leistungsfähig

Struktur, Wachs, Temperatur, Schnee und Verschmutzung beeinflussen die Gleiteigenschaften. Regelmäßiges Reinigen und Wachsen kann den Belag schützen und das Gleitverhalten verbessern.

Sandwich-, Cap- und Hybridkonstruktion im Vergleich

Sandwich und Cap werden häufig als klare Gegensätze dargestellt. In der Praxis existieren jedoch zahlreiche Mischformen.

Sandwich-Seitenwangenkonstruktionseparate Seitenwangen schließen den Kern seitlich abgezielt abstimmbare Kraftübertragung und Torsionssteifigkeit
Cap-Konstruktiondie obere Struktur zieht sich über die Seiten in Richtung Kanteje nach Aufbau geringeres Gewicht und widerstandsfähige Oberkanten
HybridkonstruktionKombination aus Seitenwange und Capunterschiedliche Eigenschaften in Skimitte, Schaufel und Skiende

Bei einer Hybridkonstruktion kann der Ski beispielsweise unter der Bindung separate Seitenwangen besitzen. Im Bereich der Schaufel kann die obere Struktur dagegen weiter nach unten gezogen sein.

Damit sollen modellabhängig Eigenschaften wie präzise Kraftübertragung, geringes Gewicht und leichteres Einleiten der Kurve miteinander kombiniert werden.

➡ Die Bauformen sind keine festen Qualitätsstufen. Eine gut abgestimmte Cap- oder Hybridkonstruktion kann für ihren vorgesehenen Einsatz besser geeignet sein als ein schlecht abgestimmter Sandwich-Ski.

Welche Vorteile kann eine Sandwich-Konstruktion bieten?

Gezielte Abstimmung des Fahrverhaltens

Hersteller können Material, Stärke, Form und Position der einzelnen Schichten verändern. Dadurch lassen sich Biege- und Torsionssteifigkeit über die Skilänge gezielt abstimmen.

Direkte Kraftübertragung

Separate Seitenwangen können eine direkte Übertragung der Belastung in Richtung Kante unterstützen. Diese Eigenschaft wird häufig bei sportlichen Pisten-, Race- und Freeride-Ski genutzt.

Eine direkte Kraftübertragung entsteht jedoch nicht durch die Seitenwange allein. Bindungsplatte, Kern, Verstärkungslagen, Flex und Torsionssteifigkeit sind ebenfalls entscheidend.

Vielfältige Materialkombinationen

Die Schichtbauweise erlaubt die Kombination unterschiedlicher Materialien. So können Hersteller beispielsweise leichte Holzarten mit dichteren Bereichen, Glasfasern, Carbon und Metalllagen verbinden.

Reparierbarkeit

Beschädigungen an einer klassischen Seitenwange können in bestimmten Fällen lokal repariert werden. Ob eine Reparatur möglich und sinnvoll ist, hängt von Tiefe, Position und Ausmaß des Schadens ab.

Welche Nachteile kann eine Sandwich-Konstruktion haben?

Aufwendige Fertigung

Die genaue Positionierung, Verklebung und Verpressung vieler Einzelteile kann einen hohen Fertigungsaufwand verursachen. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch der Verkaufspreis oder die Qualität eines Skis ableiten.

Mögliche Beschädigung der Seitenwange

Starke Schläge gegen Steine oder die gegenüberliegende Stahlkante können Seitenwangen beschädigen. Werden Kern oder Laminat freigelegt, sollte die Stelle abgedichtet und fachgerecht repariert werden.

Gewicht abhängig von den Materialien

Ein Sandwich-Ski kann durch Metalllagen, massive Seitenwangen oder einen dichten Holzkern schwerer ausfallen. Mit leichten Kernen und Carbonlagen sind jedoch auch sehr leichte Sandwich-Konstruktionen möglich.

➡ Sandwich bedeutet nicht automatisch schwer. Das Gewicht wird von den verwendeten Materialien und ihrer Menge bestimmt.

Nicht automatisch langlebiger

Eine hochwertige Schichtbauweise kann eine gute Haltbarkeit ermöglichen. Die Lebensdauer hängt aber ebenso von Materialqualität, Verklebung, Nutzung, Pflege, Lagerung und Beschädigungen ab.

Delaminationen können entstehen, wenn sich verklebte Schichten voneinander lösen. Mögliche Ursachen sind starke mechanische Schäden, Materialfehler oder eingedrungene Feuchtigkeit.

Wo wird die Sandwich-Konstruktion eingesetzt?

Sandwich- und Sandwich-Hybridkonstruktionen finden sich in nahezu allen Skikategorien:

  • Rennski
  • sportliche Pistenski
  • All-Mountain-Ski
  • Freeride-Ski
  • Freestyle-Ski
  • Tourenski

Die Bauweise allein legt den Einsatzbereich nicht fest. Ein leichter Tourenski mit Sandwich-Seitenwange kann völlig anders abgestimmt sein als ein schwerer Riesenslalom-Rennski mit mehreren Metalllagen.

Woran erkennt man eine Sandwich-Konstruktion?

Eine klassische Sandwich-Seitenwangenkonstruktion lässt sich häufig an der sichtbaren Seitenwange oberhalb der Stahlkante erkennen. Diese kann eine andere Farbe oder Oberflächenstruktur als das Topsheet besitzen.

Das äußere Erscheinungsbild ist jedoch nicht immer eindeutig. Niedrige Seitenwangen, umlaufende Topsheets und Hybridkonstruktionen können die tatsächliche Bauweise verdecken.

Zuverlässigere Informationen liefern:

  • technische Produktbeschreibung des Herstellers
  • Schnittzeichnungen des Skis
  • Angaben wie Full Sidewall oder Sandwich Sidewall
  • Beratung durch einen Fachhändler

Häufige Missverständnisse

  • „Unter dem Topsheet liegt immer eine Cap Layer.“ Nein. Cap bezeichnet eine Bauform und nicht zwingend eine einzelne Schicht.
  • „Jeder Sandwich-Ski hat denselben Aufbau.“ Nein. Materialien, Reihenfolge und Anzahl der Lagen unterscheiden sich.
  • „Sandwich-Ski besitzen immer einen Holzkern.“ Nein. Auch Schaum- und Hybridkerne sind möglich.
  • „Sandwich ist grundsätzlich besser als Cap.“ Nein. Beide Bauweisen können je nach Einsatz sinnvoll sein.
  • „Sandwich-Ski sind immer schwer.“ Nein. Das Gewicht hängt vom gesamten Materialaufbau ab.
  • „Eine Sandwich-Konstruktion ist automatisch langlebiger.“ Nein. Fertigungsqualität, Nutzung und Pflege sind ebenfalls entscheidend.

FAQ

Was ist eine Sandwich-Konstruktion beim Ski?

Bei einer Sandwich-Konstruktion werden Kern, Verstärkungslagen, Lauffläche und weitere Bauteile schichtweise miteinander verbunden. Im Skibau sind häufig separate Seitenwangen charakteristisch.

Aus welchen Materialien besteht ein Sandwich-Ski?

Mögliche Materialien sind Holz oder Schaum für den Kern, Glasfaser, Carbon oder Metall für die Verstärkungslagen, Kunststoff für Topsheet und Seitenwangen, Stahl für die Kanten sowie Polyethylen für die Lauffläche.

Welche Aufgabe hat der Holzkern?

Der Kern beeinflusst Form, Gewicht, Flex und Schwingungsverhalten. Seine Wirkung hängt aber immer von den Verstärkungslagen und dem restlichen Aufbau ab.

Was ist der Unterschied zwischen Sandwich und Cap?

Bei der klassischen Sandwich-Seitenwangenkonstruktion schließen separate Seitenwangen den Kern seitlich ab. Bei einer Cap-Konstruktion zieht sich die obere Struktur weiter über die Seiten in Richtung Kante. Viele Ski kombinieren beide Prinzipien.

Ist eine Sandwich-Konstruktion besser?

Nicht automatisch. Sie ermöglicht eine sehr gezielte Materialabstimmung. Ob der Ski geeignet ist, hängt aber von Fahrkönnen, Einsatzbereich und dem gesamten Aufbau ab.

Sind Sandwich-Ski schwerer?

Nicht grundsätzlich. Metalllagen und massive Materialien können das Gewicht erhöhen. Leichte Holzarten, Carbon und reduzierte Materialstärken können auch eine leichte Sandwich-Konstruktion ermöglichen.

Wie erkenne ich einen Ski mit Sandwich-Konstruktion?

Häufig ist oberhalb der Stahlkante eine separate Seitenwange sichtbar. Sicherer sind jedoch die technische Produktbeschreibung und Schnittzeichnungen des Herstellers.

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